
Vibe Coding: Prototyp steht – und jetzt?
Du hast mit Vibe Coding wie Cursor oder Claude Code einen Prototyp gepromptet: ein Dashboard, ein Formular oder eine Web-App. Läuft. Sieht sogar gut aus. Doch was kommt als nächstes? Lässt sich auf deinem generierten Code aufbauen? Und wer kümmert sich um Security, DSGVO, Hosting und Monitoring? Vibe Coding ist 2026 im Mainstream angekommen. Aber viele Fragen bleiben offen.
Key Takeaways
- Vibe Coding liefert schnelle Prototypen, aber keine ausgereiften Produkte.
- KI-generierter Code hat systematische Schwächen: Sicherheit, Wartbarkeit und Fehlerbehandlung.
- Die meisten KI-Tools arbeiten mit React, Next.js und Node.js. Das sind Industriestandards, mit denen jede kompetente Webagentur arbeiten kann.
Vibe coding generiert Code rasch, aber mit Sicherheitslücken
Ein paarmal Hin und Her mit der KI und schon hast du ein funktionierendes Tool gepromptet: Die Daten werden geladen. Buttons tun, was sie sollen. Ja, selbst das Layout sieht professionell aus. Fühlt sich gut an, oder?
Kein Wunder, ist die Einstiegshürde praktisch verschwunden und auch Menschen ohne technischen Hintergrund entwickeln nun eigene Tools. Das ist die Zukunft und wir wollen das gar nicht wegdiskutieren.
Doch wir schauen wie immer genau hin und fragen: Was genau haben Cursor und Co. generiert? Ein generierter Prototyp sieht von aussen meist fertig aus. Fühlt sich bei der Verwendung auch fertig an. Doch genau das ist das Problem. Denn unter der Oberfläche fehlt fast alles, was eine Anwendung zuverlässig macht.
Es fehlen unter anderem: eine stabile Basis für künftige Weiterentwicklungen (je mehr generierter Code ohne Architektur, desto langsamer und unzuverlässiger können spätere Features integriert werden). Tests, die den Prototypen in seiner Qualität schärfen. Eine aktive Suche nach Fehlern. Eine datenschutzkonforme Datenhaltung. Und vor allem auch die Auseinandersetzung mit Sicherheitslücken: Veracode hat in ihrem GenAI Code Security Report vom Oktober 2025 bei 45% der Tests risky security flaws in KI-generiertem Code entdeckt.
Was steckt im generierten Code eigentlich drin?
Wenn du mit Cursor und Claude Code gearbeitet hast, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass dein Code fürs Frontend (also das, was du im Browser siehst) auf React und Next.js basiert. Im Backend läuft vermutlich Node.js und die Daten landen in einer Supabase- oder PostgreSQL-Datenbank.
Falls dir das nichts sagt: Kein Problem. Wichtig zu wissen ist nur: Es sind meist keine obskuren Nischentechnologien. Sondern weltweit genutzte Frameworks. React zum Beispiel ist das weltweit meistgenutzte Frontend-Framework. Next.js und Node.js sind Industriestandard. Wenn du mit Cursor und Co. entwickelst, hast du am Ende also einen ganz normalen, modernen Webstack vor dir. Das ist super, denn damit bist du flexibel in der Weiterentwicklung, weil jede kompetente Webagentur mit diesem Code arbeiten kann.
Warum brauche ich eine Agentur, wenn’s Vibe Coding gibt?
Webagenturen bauen seit Jahren Webanwendungen. Sie kümmern sich um Architektur, Sicherheit, Testing, Deployment, Wartung und Weiterentwicklung. Ob der Code von einem Menschen geschrieben wurde oder von einer KI, die anschliessende Arbeit ist und bleibt dieselbe.
Bei !Frappant zum Beispiel arbeiten wir im Tagesgeschäft mit TYPO3, können aber auch React, Next.js und Node.js. Entscheidend ist nicht das spezifische Framework, sondern die Denkweise dahinter: logische Strukturen, durchdachte Architektur, nachvollziehbare Prozesse. Das braucht jedes Webprojekt. Ganz egal, welche Technologie darunterliegt.
Der eigentliche Vorteil einer Agentur gegenüber einem KI-Tool ist aber nicht der Techstack, sondern das Mitdenken. Eine gute Agentur stellt Fragen, hinterfragt möglicherweise sogar mal deine Strategie, wenn sie Verbesserungspotenzial sieht. Sie interessiert sich dafür, ob das, was du baust, zu deiner bestehenden Infrastruktur passt. Und weist dich darauf hin, wenn nicht.
Taugt mein Code zu mehr?
Erfahrene Webprofis können deinen generierten Code einschätzen und daraus ablesen, was du vorhast und – noch wichtiger – was es braucht, um dahin zu kommen:
1. Code-Review
Welcher Techstack steckt drin? Wie ist die Codequalität? Welche Abhängigkeiten wurden eingebaut? Eine technische Bestandsaufnahme, die zeigt, womit man es zu tun hat.
2. Sicherheits-Check
KI-generierter Code kommt selten mit eingebauten Sicherheitsmechanismen. Offene Schnittstellen, fehlende Eingabevalidierung, keine Absicherung sensibler Daten. Für ein internes Demo kein Problem. Sobald echte Nutzer:innen oder Kundendaten ins Spiel kommen, schon. Ein gezielter Check zeigt, wo die kritischen Stellen liegen.
3. Architektur-Entscheid
Auf dem bestehenden Code weiterbauen oder die Idee in ein sauberes Fundament überführen? Beides ist valide. Wichtig ist, dass die Entscheidung auf Basis von Punkt 1 und 2 bewusst fällt.
4. Produktionsreif machen
Testing, DSGVO-konforme Infrastruktur, Deployment, Hosting, Monitoring. Wenig glamourös. Aber genau das macht den Unterschied zwischen «funktioniert auf meinem Laptop» und «funktioniert zuverlässig im Alltag».
5. Betrieb und Weiterentwicklung
Ein Produkt ist nie fertig. Updates, neue Features, Bugfixes. Auf einer soliden Basis macht das Spass. Auf einer wackeligen wird es teuer.
Vibe Coding ist kein Hype, der wieder verschwindet
Im Gegenteil: Vibe Coding schüttelt die Webentwicklung gerade richtig durch. Es entstehen neue technologische Möglichkeiten und Chancen. Doch egal, wie die aussehen mögen: Software soll immer auf einer soliden Basis stehen und durchdacht, sicher und verlässlich sein.
FAQ
Was kostet es, einen KI-Prototyp produktionsreif zu machen?
Das hängt vom Zustand des Codes ab, vom Umfang des Projekts und von den Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz und Infrastruktur. Eine pauschale Zahl gibt es nicht. Aber genau dafür gibt es den Code-Review: Er zeigt, was vorhanden ist, was fehlt und wie viel Aufwand die nächsten Schritte realistisch bedeuten. Auf dieser Basis lässt sich seriös kalkulieren.
Welche Technologien verwenden KI-Coding-Tools wie Cursor und Co.?
Die meisten Vibe-Coding-Tools generieren Code auf Basis moderner Webstandards: React und Next.js fürs Frontend, Node.js fürs Backend und Supabase oder PostgreSQL als Datenbank. Das sind weit verbreitete Technologien, die jede kompetente Webagentur beherrscht.