Design | 16. März 2026 | Lesezeit: 4 Minuten

Infografiken erstellen: Wenn Komplexes greifbar wird

Tabellen, die wie Zahlenfriedhöfe aussehen, mag niemand lesen. Keine Zeit. Aber als Infografik aufbereitet? Das könnte klappen. Denn sie macht aus abstrakten Daten eine Geschichte, die man auf einen Blick versteht. Wir zeigen dir, wann sich Infografiken wirklich lohnen, welche Formate es gibt und worauf es bei der Umsetzung ankommt.

Key Takeaways

  • Bessere Nutzererfahrung: Infografiken erhöhen messbar Verweildauer und Verständlichkeit.
  • Es braucht nicht immer eine Infografik: Nicht jede Zahl braucht ein Bild. Es kommt auf den strategischen Einsatz an.
  • Infografik ist nicht gleich Infografik: Die richtige Infografik hängt von deinem Kommunikationsziel ab.

Warum Infografiken funktionieren

Die Neurologie weiss: Unser Gehirn verarbeitet Bilder rund 60 000 Mal schneller als Text. Der Grund dafür: Visuelle Informationen landen direkt im Langzeitgedächtnis, während Texte erst mühsam dekodiert werden müssen.

Für dich als Kommunikationsverantwortliche:r heisst das: Mit einer guten Infografik erreichst du in Sekunden, wofür du sonst Absätze bräuchtest. Und die Aufmerksamkeit, besonders in Werbung und Kommunikation, wird immer kürzer. 

Das bedeutet nicht, dass du ab sofort alles visualisieren sollst. Eine Infografik ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Werkzeug. Und wie jedes Werkzeug funktioniert sie nur, wenn du sie richtig einsetzt.

 

 

Wann sich Infografiken lohnen

Nicht jede Information braucht eine aufwendige Visualisierung. Manchmal reicht ein klarer Satz. Manchmal eine simple Tabelle. Infografiken spielen ihre Stärke dort aus, wo Text an seine Grenzen stösst.

 

Komplexe Zusammenhänge erklären

Was aus mehreren Schritten oder Elementen besteht (z. B. Prozesse, Systeme oder Strategien), profitiert von einer visuellen Darstellung. Statt drei Absätze über einen Workflow zu schreiben, zeigst du ihn. Typische Anwendungsfälle: Organigramme, Prozessabläufe, Systemarchitekturen, Strategieübersichten.
 

Zahlen in Relation setzen

«Wir haben unseren CO₂-Ausstoss um 2340 Tonnen reduziert.» Klingt gut. Aber was heisst das? Eine Infografik macht diese Zahl greifbar, indem sie zeigt, dass dies dem jährlichen Ausstoss von 500 Autos entspricht. Typische Anwendungsfälle: Geschäftsberichte, Nachhaltigkeitsreports und Jahresrückblicke.
 

Aufmerksamkeit in der Flut gewinnen

Überall kämpfst du mit deiner Kommunikation um Aufmerksamkeit. Eine Infografik wirft einen visuellen Haken und stoppt das Scrollen. Visuelle Inhalte werden ausserdem häufiger geteilt als reine Textbeiträge. À propos teilen: Die Infografik muss natürlich im kleinen Format funktionieren, den Mobile first gilt auch hier.
 

Change-Prozesse begleiten

Auch im Change-Prozess können Infografiken helfen: In einem Umfeld der Verunsicherung geben Infografiken Orientierung. Eine Timeline erinnert an die anstehenden Meilensteine. Ein Schaubild erklärt die neue Struktur und schafft damit Vertrauen. 

 

 

Welche Infografiken gibt es?

Infografik ist nicht gleich Infografik. Je nach Ziel und Inhalt eignen sich unterschiedliche Formate.

Klassische Diagramme

Balken-, Kreis-, Liniendiagramme sind die Klassiker. Sie eignen sich für Vergleiche, Entwicklungen und Verteilungen. Auch hier ist weniger mehr: Triff pro Diagramm nur eine Aussage. Überfrachte deine Grafik nicht mit Daten, die niemand liest.

Prozess- und Timeline-Grafiken

Schritt für Schritt zum Ziel: Prozessgrafiken zeigen Abläufe, Timelines ordnen Ereignisse chronologisch. Ideal für Projektpläne, Meilensteine oder die Darstellung von Entwicklungen über Zeit.

Geografische Darstellungen

Karten machen räumliche Zusammenhänge sichtbar. Von der einfachen Standortübersicht bis zur komplexen Heatmap.

Hierarchische Infografiken

Beispiele sind Organigramme, Baumdiagramme, Strukturübersichten. Sie alle zeigen, wie Elemente zueinander in Beziehung stehen. Wer berichtet an wen? Wie ist das System aufgebaut?

Interaktive Infografiken

Interaktive Infografiken reagieren im digitalen Raum mit Hover-Effekten, Klickfunktionen oder Animationen. Sie bringen Gamefication und eignen sich besonders für komplexe Datenmengen, die schrittweise vermittelt werden sollen.

 

 

Und was braucht’s für eine gelungene Infografik?

Gute Infografiken entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis eines durchdachten Prozesses.

 

1. Ein klares Briefing

Ja, wir lieben gute Briefings. Und das aus einem bestimmten Grund, denn auch bei Infografiken gilt: Je klarer das Briefing, desto besser und günstiger am Ende das Resultat. 

Was wir wissen müssen: Was ist die Kernaussage? Wer ist die Zielgruppe? Wo wird die Infografik eingesetzt (Print, Web, Social)? Welche Daten liegen vor? 
 

2. Daten aufbereiten und priorisieren

Nicht alles, was messbar ist, gehört in eine Infografik. Die Kunst liegt einmal mehr im Weglassen. Welche Datenpunkte sind wirklich relevant? Welche Geschichte erzählen die Zahlen? Oft starten wir mit einem Berg an Daten und destillieren daraus die Essenz.
 

3. Skizze, Entwurf und Reinzeichnung

Wir beginnen mit ersten Skizzen und probieren Varianten aus. Dann folgt der erste Entwurf, der mit dir abgestimmt wird. Erst wenn Struktur und Inhalt stehen, geht’s an die Reinzeichnung. Natürlich bereits im richtigen Endformat.

 

 

Theorie ist gut, Praxis besser

Darum hier ein paar Beispiele, wie wir Infografiken für unsere Kund:innen einsetzen:

 

  • Geschäftsbericht RBS: Zahlen, die bewegen

    Für den Regionalverkehr Bern-Solothurn haben wir die Zahlen aus dem Geschäftsbericht als Animation für Social Media aufbereitet: Alle Leistung des ÖV-Unternehmens auf einen Blick.
    Zum Case
     

  • Insel Gruppe: Handlungsfelder der Betriebsorganisation Epic

    Um die strategischen Ziele und Weiterentwicklung der Betriebsorganisation Epic klar zu vermitteln, haben wir eine Infografik im Look & Feel der restlichen myInsel Kampagne erstellt.
    Zum Case
     

  • Bundesamt für Raumentwicklung (ARE): Cercle Indicateurs

    Der Cercle Indicateurs hilft, die nachhaltige Entwicklung der Schweizer Städte und Kantone zu messen. Wir haben in einer interaktiven Grafik die nach 10 Themen sortierten 32 Indikatoren von Kantonen und Städten mit den 3 Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung und den 17 SDGs verknüpft.

 

 

Komplizierte Daten, die niemand liest?

Wir machen klare Infografiken daraus.

 

Céline fragen

 

 

FAQ

Was kostet eine Infografik?

Das hängt von Komplexität und Umfang ab. Eine einfache statistische Grafik ist schneller umgesetzt als eine interaktive Infografik im Web. Wir kalkulieren für dich nach Aufwand und finden eine Lösung, die in dein Budget passt.

 

Wie lange dauert die Erstellung?

Für eine Print-Infografik planen wir etwa 1–2 Wochen ab Briefing ein, je nach erwarteten Feedbackschlaufen. Interaktive Formate brauchen mehr Zeit, weil Konzeption und technische Umsetzung aufwendiger sind. Wenn es mal eilt, finden wir aber fast immer einen Weg.